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Gesundheits-Check-up beim Hausarzt: Welche Unterlagen und Werte Sie vorher sammeln sollten

Wer den Gesundheits-Check-up gut vorbereitet, kann die Zeit in der Hausarztpraxis für das nutzen, worauf es ankommt: Beschwerden, persönliche Risiken und sinnvolle nächste Schritte. Für den Termin brauchen Sie meist keine umfangreiche Mappe.

Gesundheits-Check-up beim Hausarzt: Welche Unterlagen und Werte Sie vorher sammeln sollten

Ein Impfpass, eine vollständige Medikamentenliste und wichtige Vorbefunde helfen jedoch, ein genaueres Bild Ihrer Gesundheit zu bekommen. Bei einer morgendlichen Blutabnahme kommt außerdem die Frage hinzu, ob Sie nüchtern erscheinen sollen.

Die gesetzliche Gesundheitsuntersuchung folgt einem festgelegten Rahmen. Das betrifft sowohl den Abstand zwischen den Terminen als auch die Laborwerte, die regulär dazugehören. Wer weiß, was zum Standard zählt und was individuell vereinbart werden muss, kann sich gezielt vorbereiten und unnötige Erwartungen vermeiden.

Anspruch und Rhythmus: Wann der Check-up vorgesehen ist

Gesetzlich Versicherte zwischen 18 und 34 Jahren können den Check-up einmal in Anspruch nehmen. Laboruntersuchungen gehören in dieser Altersgruppe nicht automatisch dazu. Sie kommen infrage, wenn ein individuelles Risikoprofil dafür spricht. Ab dem 35. Lebensjahr besteht der Anspruch auf die Gesundheitsuntersuchung alle drei Jahre.

Das Intervall wurde 2019 von zwei auf drei Jahre umgestellt. Bei besonderen gesundheitlichen Fragen kann die Hausärztin oder der Hausarzt unabhängig davon weitere Untersuchungen empfehlen. Ob diese medizinisch notwendig sind und von der Krankenkasse übernommen werden, richtet sich nach dem konkreten Anlass. Auch einzelne Hausarztverträge können abweichende Angebote enthalten. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Praxis oder Krankenkasse nach, welcher Rhythmus für Ihren Vertrag gilt.

Der Check-up ist kein Ersatz für einen Arzttermin bei akuten oder anhaltenden Beschwerden. Wenn Sie etwa Brustschmerzen, Atemnot, eine neue tastbare Veränderung oder eine andere dringende Sorge haben, sollte das zeitnah angesprochen werden. Warten Sie damit nicht auf den nächsten Vorsorgetermin.

Für die Vorbereitung auf den Routine-Check-up genügt zunächst ein kurzer Blick auf den Kalender und auf die Unterlagen, die seit dem letzten Arztbesuch hinzugekommen sind:

  • Prüfen Sie, wann Ihre letzte Gesundheitsuntersuchung stattgefunden hat.
  • Vereinbaren Sie den Termin mit genügend Zeit für eine mögliche Blut- und Urinprobe.
  • Fragen Sie bei der Anmeldung, ob Sie nüchtern kommen sollen und ob die Praxis bestimmte Unterlagen vorab benötigt.
  • Notieren Sie Beschwerden oder Fragen, die Sie im Gespräch ansprechen möchten.

Die Praxis kann Ihnen sagen, wie sie den Ablauf organisiert. Das ist besonders hilfreich, wenn Sie morgens Medikamente einnehmen, eine chronische Erkrankung haben oder für die Blutentnahme eine bestimmte Uhrzeit brauchen.

Welche Unterlagen Sie zum Hausarzt mitbringen sollten

Der Impfpass hilft dabei, den Impfstatus zu prüfen und mögliche Lücken zu erkennen. Bringen Sie das Heft oder einen vorhandenen digitalen Nachweis mit. Falls Sie Ihren Impfpass nicht finden, sagen Sie das beim Termin. Die Praxis kann dann mit Ihnen besprechen, welche Informationen sich anderweitig nachvollziehen lassen und wie fehlende Impfungen dokumentiert werden können.

Sinnvoll ist außerdem eine aktuelle Liste Ihrer Medikamente. Darauf gehören nicht nur verschreibungspflichtige Arzneimittel, sondern auch frei verkäufliche Mittel und Nahrungsergänzungsmittel. Notieren Sie möglichst den Namen, die Dosierung und die Häufigkeit der Einnahme. Wenn Sie die Packungen nicht alle mitnehmen möchten, können Fotos der Etiketten oder ein Ausdruck aus der Apotheke helfen, die Angaben vollständig zusammenzustellen.

Auch Präparate, die Sie nur gelegentlich verwenden, können für das Gespräch relevant sein. Dazu zählen zum Beispiel Schmerzmittel, pflanzliche Mittel oder Vitaminpräparate. Erwähnen Sie, wenn Sie ein Medikament kürzlich abgesetzt oder neu begonnen haben. Setzen Sie Ihre Dauermedikation für den Check-up jedoch nicht eigenmächtig ab. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie ein Mittel am Untersuchungstag wie gewohnt einnehmen sollen, klären Sie das vorab mit der Praxis.

Vorbefunde ergänzen die Informationen aus dem Gespräch. Bringen Sie aktuelle Berichte von Fachärzten, Entlassungsbriefe nach einem Krankenhausaufenthalt oder Ergebnisse wichtiger Untersuchungen mit, sofern sie der Hausarztpraxis noch nicht vorliegen. Besonders nützlich sind Unterlagen zu Erkrankungen, die weiter beobachtet oder behandelt werden. Ein vollständiges Archiv Ihrer Krankengeschichte ist dafür meist nicht nötig. Konzentrieren Sie sich auf Befunde, die sich seit dem letzten Check-up ergeben haben oder die für Ihre aktuellen Fragen wichtig sind.

Eine Medikamentenliste ist dann hilfreich, wenn sie den tatsächlichen Alltag abbildet: einschließlich frei verkäuflicher Mittel und Nahrungsergänzung.

Nüchtern zur Blutabnahme: Was vor dem Termin gilt

Ab 35 Jahren umfasst das Standardlabor beim Check-up eine Nüchternglukose und ein Lipidprofil. Dazu zählen Gesamtcholesterin, HDL- und LDL-Cholesterin sowie Triglyceride. Für diese Blutwerte bitten viele Praxen um eine morgendliche Blutabnahme im nüchternen Zustand. Üblich sind dafür acht bis zwölf Stunden ohne Nahrung und ohne zuckerhaltige Getränke. Wasser ist erlaubt.

Die genaue Vorbereitung sollten Sie mit der Praxis abstimmen. Manche Termine beginnen mit der Blutabnahme, andere sehen zunächst ein Gespräch vor. Wenn Sie wissen, dass Sie nüchtern kommen sollen, richten Sie die letzte Mahlzeit am Vorabend entsprechend ein. Kaffee, Saft, Milch und gesüßte Getränke passen in dieser Zeit nicht zur vereinbarten Nüchternphase. Wasser können Sie trinken.

Besprechen Sie besondere Situationen vorher, statt selbst zu improvisieren. Das gilt etwa bei Diabetes, wenn Sie Medikamente einnehmen, die mit einer Mahlzeit verbunden sind, oder wenn längeres Fasten für Sie schwierig ist. Die Praxis kann den Ablauf an Ihre Behandlung anpassen. Auch bei regelmäßiger Einnahme von Arzneimitteln sollten Sie nicht allein wegen der Blutabnahme Dosen auslassen.

Zum Standard gehört außerdem ein Urinteststreifen. Dabei werden unter anderem Eiweiß, Glukose, rote und weiße Blutkörperchen sowie Nitrit erfasst. Fragen Sie beim Vereinbaren des Termins, ob Sie eine Probe mitbringen sollen oder ob die Abgabe in der Praxis vorgesehen ist. So vermeiden Sie Missverständnisse am Untersuchungstag.

Welche Laborwerte regulär dazugehören

Der Umfang des gesetzlichen Check-ups ist enger, als viele vermuten. Für Versicherte ab 35 Jahren gehören zum Standardlabor:

UntersuchungWas dabei erfasst wird
LipidprofilGesamtcholesterin, HDL- und LDL-Cholesterin sowie Triglyceride
NüchternglukoseBlutzucker im nüchternen Zustand
UrinteststreifenEiweiß, Glukose, rote und weiße Blutkörperchen sowie Nitrit

Bei 18- bis 34-Jährigen gibt es keine routinemäßige Laboruntersuchung für alle. Laborwerte können bei einem individuellen Risikoprofil veranlasst werden. Was in Ihrem Fall sinnvoll ist, bespricht die Ärztin oder der Arzt anhand Ihrer Vorgeschichte und der Ergebnisse der Untersuchung.

Ein auffälliger Wert bedeutet nicht automatisch, dass eine Erkrankung vorliegt. Die Einordnung hängt unter anderem davon ab, wie deutlich die Abweichung ist, ob Beschwerden bestehen und welche weiteren Informationen bekannt sind. Fragen Sie nach, wenn unklar bleibt, ob eine Kontrolle nötig ist oder was ein Befund für Sie bedeutet.

Familiäre Risiken und Hepatitis-Screening ansprechen

Für die Einschätzung persönlicher Risiken ist die Familiengeschichte oft aufschlussreich. Überlegen Sie vor dem Termin, ob bei engen Verwandten Herzinfarkte oder Schlaganfälle aufgetreten sind. Auch Erkrankungen wie Brustkrebs, Darmkrebs oder schwarzer Hautkrebs in der Familie können für das Gespräch wichtig sein. Wenn Sie wissen, in welchem Alter die Erkrankung auftrat, geben Sie diese Information mit an. Falls Ihnen Einzelheiten fehlen, ist das kein Grund, den Termin aufzuschieben. Sagen Sie einfach, was Sie wissen und was nicht.

Ab dem 35. Lebensjahr besteht außerdem einmalig Anspruch auf ein begleitendes Screening auf Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virusinfektionen im Rahmen des Check-ups. Wenn Sie nicht wissen, ob dieses Screening bei Ihnen bereits durchgeführt wurde, sprechen Sie es in der Praxis an. Die Einordnung kann auch davon abhängen, welche Untersuchungen Sie früher erhalten haben und welche Befunde dokumentiert sind.

Notieren Sie sich Ihre familiären Angaben am besten kurz und übersichtlich. Es geht nicht darum, eine lückenlose Familienchronik vorzulegen. Entscheidend ist, dass Sie bekannte Erkrankungen in der nahen Verwandtschaft nicht erst im Gespräch aus dem Gedächtnis zusammensuchen müssen.

Was nicht automatisch zum Kassen-Check-up gehört

Ein Gesundheits-Check-up ist keine pauschale Komplettuntersuchung. Ein großes oder kleines Blutbild, Leber- und Nierenwerte wie Kreatinin, Elektrolyte und Schilddrüsenwerte wie TSH gehören nicht automatisch zum regulären Kassenumfang. Auch Ruhe-EKG und Ultraschall sind keine standardmäßigen Bestandteile der Gesundheitsuntersuchung ohne konkreten Anlass.

Das bedeutet nicht, dass solche Untersuchungen grundsätzlich unnötig wären. Bei Beschwerden, auffälligen Befunden oder einer bestimmten Krankengeschichte können sie medizinisch angezeigt sein und dann anders eingeordnet werden. Ohne entsprechenden Anlass können zusätzliche Untersuchungen als individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) angeboten werden, die selbst zu bezahlen sind. Lassen Sie sich vor einer Entscheidung erklären, welche Fragestellung die Untersuchung beantworten soll und welche Folgen das Ergebnis für die weitere Behandlung hätte.

Wenn Ihnen eine zusätzliche Leistung vorgeschlagen wird, können Sie nach den Kosten und dem medizinischen Grund fragen. Ebenso ist es sinnvoll zu klären, ob zunächst ein Gespräch oder eine Untersuchung im Rahmen des regulären Check-ups genügt. Die Entscheidung sollte zu Ihrer persönlichen Situation passen und nicht allein davon abhängen, dass ein bestimmter Test technisch verfügbar ist.

Auch der Blutdruck wird im Rahmen der Untersuchung in der Praxis gemessen. Ein Protokoll aus heimischen Messungen kann für bestimmte Fragestellungen hilfreich sein, ist aber kein allgemein vorgeschriebenes Standarddokument für jeden Check-up. Wenn Sie zu Hause regelmäßig messen oder bereits auffällige Werte beobachtet haben, bringen Sie die Aufzeichnungen trotzdem mit. Notieren Sie möglichst auch, wann und unter welchen Umständen Sie gemessen haben.

Eine kompakte Vorbereitung für den Untersuchungstag

Damit Sie die Gesundheitsuntersuchung ohne unnötige Hektik antreten, können Sie die Vorbereitung in wenigen Schritten erledigen:

1. Unterlagen zusammensuchen: Impfpass, aktuelle Medikamentenliste sowie wichtige Facharzt- und Krankenhausbefunde bereitlegen.

2. Fragen notieren: Beschwerden, Veränderungen seit dem letzten Termin und offene Punkte kurz aufschreiben.

3. Familiengeschichte bedenken: Bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebserkrankungen bei engen Verwandten festhalten.

4. Ablauf in der Praxis klären: Fragen, ob eine Blut- oder Urinprobe vorgesehen ist und ob Sie nüchtern erscheinen sollen.

5. Medikamente wie vereinbart handhaben: Keine Arzneimittel eigenständig absetzen; Unsicherheiten vorab mit der Praxis besprechen.

Wenn Sie nüchtern kommen sollen, halten Sie sich an die mit der Praxis vereinbarte Zeitspanne. Für die übliche morgendliche Blutabnahme werden acht bis zwölf Stunden ohne Essen und zuckerhaltige Getränke genannt; klares Wasser ist erlaubt. Bei einer chronischen Erkrankung oder besonderen Medikamenteneinnahme hat die individuelle Rücksprache Vorrang.

Der Check-up wird aussagekräftiger, wenn die Praxis Ihre Vorgeschichte und Ihre aktuelle Lebenssituation kennt. Dafür braucht es keine perfekte Aktenmappe. Ein vollständiger Überblick über Medikamente, relevante Vorbefunde und bekannte familiäre Risiken reicht meist als gute Grundlage. Den Untersuchungsumfang selbst sollten Sie gemeinsam mit der Hausärztin oder dem Hausarzt einordnen: Welche Werte zum Kassenstandard gehören, ist klar geregelt; alles Weitere richtet sich nach dem konkreten medizinischen Anlass.

Häufige Fragen

Welche Unterlagen sollte man zum Gesundheits-Check-up mitbringen?
Sinnvoll sind der Impfpass, eine aktuelle Medikamentenliste inklusive frei verkäuflicher Mittel sowie wichtige Vorbefunde und Berichte von Fachärzten oder aus Krankenhäusern.
Wie oft hat man Anspruch auf den gesetzlichen Check-up?
Versicherte zwischen 18 und 34 Jahren können den Check-up einmal in Anspruch nehmen, während ab dem 35. Lebensjahr ein Anspruch alle drei Jahre besteht.
Muss man für die Blutabnahme nüchtern erscheinen?
Für das Standardlabor ab 35 Jahren bitten viele Praxen um eine morgendliche Blutabnahme nach acht bis zwölf Stunden ohne Nahrung und zuckerhaltige Getränke, wobei Wasser erlaubt ist.
Gehören EKG und Ultraschall zum Standardumfang des Check-ups?
Nein, ein Ruhe-EKG und ein Ultraschall sind ohne konkreten Anlass keine standardmäßigen Bestandteile der gesetzlichen Gesundheitsuntersuchung.
Welche Laboruntersuchungen sind für Versicherte ab 35 Jahren im Standard enthalten?
Zum Standardlabor gehören ein Lipidprofil mit Gesamtcholesterin, HDL- und LDL-Cholesterin sowie Triglyceriden, die Nüchternglukose und ein Urinteststreifen.