Charité-Chef fordert digitale Reform und warnt vor Big Tech
Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung sieht Charité-Chef Heyo Kroemer mehr Digitalisierung und gezielte Prävention als entscheidend für die Zukunft des Gesundheitssystems. Zugleich warnt er vor einer „Teslaisierung“ der Medizin.

Für Patientinnen und Patienten wirft das eine praktische Frage auf: Wie können digitale Angebote die Versorgung verbessern, ohne dass wichtige Entscheidungen allein von großen Technologiekonzernen geprägt werden?
Digitalisierung mit klarer Rolle
Kroemer spricht sich laut SZ für mehr Digitalisierung aus. Der Bericht nennt jedoch keine konkreten Anwendungen, die er dafür empfiehlt. Auch bleibt offen, welche Aufgaben digitale Angebote in der Versorgung übernehmen sollten und wo persönliche medizinische Beratung im Mittelpunkt stehen muss.
Für Patientinnen und Patienten lohnt es sich deshalb, bei digitalen Gesundheitsangeboten genau hinzusehen: Wer stellt das Angebot bereit, welche Funktion erfüllt es und wie ist es in die Behandlung eingebunden? Aus dem Bericht lässt sich keine Empfehlung für ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Plattform ableiten. Kroemers Warnung vor einer „Teslaisierung“ macht aber deutlich, dass die Rolle großer Technologiefirmen Teil der Debatte ist.
Prävention als zweite Säule
Neben der Digitalisierung hebt Kroemer Prävention hervor. Welche Maßnahmen er konkret meint, führt der verfügbare Berichtsausschnitt nicht aus. Ebenso wenig nennt er ein bestimmtes Programm oder einen persönlichen Gesundheitstipp, obwohl der Artikel einen solchen Tipp ankündigt.
Für den Praxisalltag bleibt damit vor allem die Richtung der Aussage relevant: Prävention soll nach Kroemers Einschätzung stärker berücksichtigt werden. Was das für einzelne Patientinnen und Patienten bedeutet, lässt sich aus den vorliegenden Informationen nicht genauer bestimmen. Wer ein Angebot zur Vorsorge oder Gesundheitsförderung nutzt, sollte daher klären, welches Ziel es verfolgt und ob es zur eigenen Situation passt.
Kroemer ist laut SZ kein Arzt, sondern hat Pharmazie studiert und eine akademische Laufbahn eingeschlagen. Der Bericht belegt damit eine Position des Charité-Chefs zur künftigen Ausrichtung des Gesundheitssystems, liefert aber keine konkreten Handlungsanweisungen für einzelne Behandlungen.