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Meldung

Neue Informationsmaterialien stärken die Patientenkommunikation in Hausarztpraxen

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband stellt gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit neue Informationsangebote für Hausarztpraxen bereit.

Neue Informationsmaterialien stärken die Patientenkommunikation in Hausarztpraxen

Dazu gehören Praxis-Poster, Info-Screens und Fakten-Checks, mit denen die Patientenkommunikation erleichtert werden soll. Für Menschen mit Fragen zu Vorsorge, Behandlung oder gesundheitlichen Risiken rückt damit die verständliche Aufbereitung von Informationen in den Mittelpunkt.

Mehr Orientierung direkt in der Praxis

Die neuen Formate richten sich an das Praxispersonal, sollen Patientinnen und Patienten aber bei ihren Fragen unterstützen. Poster können beispielsweise einen Anlass für ein ausführliches Beratungsgespräch setzen, Info-Screens können auf unterschiedliche Themen hinweisen und Fakten-Checks können verbreitete Annahmen einordnen.

Welche Materialien konkret zur Verfügung stehen und welche Inhalte sie behandeln, ist in der Mitteilung des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands nicht ausgeführt. Für Patientinnen und Patienten ist deshalb wichtig, in der Praxis nachzufragen, welche Angebote tatsächlich genutzt werden. Die Information kann den Einstieg in ein Gespräch erleichtern, ersetzt aber nicht die individuelle ärztliche Einordnung.

Streit um den Zugriff auf elektronische Patientenakten

Parallel zur besseren Kommunikation in der Praxis warnen Hausärztinnen und Hausärzte vor einem geplanten Zugriff der Krankenkassen auf elektronische Patientenakten. Ein dpa-Bericht auf „Ihre Vorsorge“ verweist auf eine entsprechende Regelung in einem derzeit im Bundestag beratenen Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen.

Vorgesehen ist, dass Versicherte den Krankenkassen Zugriff auf Daten aus ihrer elektronischen Patientenakte erteilen können. Diese Daten sollen unter anderem zur Erkennung bestimmter Erkrankungen und Risiken genutzt werden. Genannt werdene Erkrankungen, Krebs, schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, drohende Pflegebedürftigkeit sowie ein möglicher Anlass für eine Impfung. Entscheidend soll die Zustimmung der Versicherten sein.

Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband sieht darin eine Gefahr für das Vertrauen zwischen Arzt und Patient. Markus Blumenthal-Beier fordert mehr Transparenz über die Einwilligungen und einen klaren Hinweis auf die Folgen der Entscheidung. Der Spitzenverband der Krankenkassen hält die geplante Nutzung dagegen für verantwortungsvoll und sieht darin einen möglichen Nutzen durch frühe Hinweise auf Erkrankungen.

Diese Fragen lohnen sich in der Beratung

Für die Praxis bietet sich ein klarer Gesprächsrahmen an: Welche Informationsmaterialien stehen zur Verfügung und welche Fragen beantworten sie? Beim Thema elektronische Patientenakte lassen sich dagegen Zugriffsberechtigte, Datenumfang, Zweck, erforderliche Zustimmung und die Folgen einer Entscheidung klären.

Wichtig ist außerdem die Trennung zwischen geltender Praxis und geplanten Regelungen. Die neuen Informationsangebote stehen bereits zur Verfügung, während die diskutierte Datenfreigabe noch politisch beraten wird. Für Patienten liegt damit eine praktische Aufgabe: Informationen dort einholen, wo sie verständlich aufbereitet werden, und Entscheidungen zur elektronischen Patientenakte nur mit klarem Wissen über Zweck, Einwilligung und Folgen treffen.